Handlettering: Alles rund um die Schriftkunst

Heute möchten wir euch Designerin Julia von Philipp Seine Helden vorstellen. Sie entwirft nicht nur wunderbare Layouts und spannende Konzepte für unsere Kunden, sondern hat auch ein tolles neues Hobby: Handlettering. Im Interview erzählt sie uns alles, was man über den neuen Trend wissen muss und wie es uns als Agentur weiterhilft, Projekte individuell zu gestalten. Los geht’s!

 

„Auf meinem Instagram-Account @thatlooksjut poste ich regelmäßig meine Werke. Direkt Feedback zu bekommen ist super!“

 

Liebe Julia, du hast ein besonderes Hobby: Handlettering. Kannst du kurz erklären, was genau das ist?
Julia: Handlettering ist prinzipiell erstmal jede Form von Buchstabenzeichnen mit der Hand. Der Fokus liegt dabei auf einer gewissen Ästhetik rund um Schriften. Quasi eine moderne und vielseitige Form der Kalligrafie.

 

Wie kamst du dazu und wann hast du mit Handlettering angefangen?
Julia: Theoretisch vor Ewigkeiten. Ich habe schon immer gerne „schön geschrieben“und jede Geburtstagskarte als kleines Projekt gesehen. Ende letzten Jahres habe ich dann angefangen mich wirklich mit verschiedenen Techniken und Formen des Handletterings auseinanderzusetzen.

 

Was begeistert dich am meisten daran?
Julia: Das Ergebnis ist natürlich immer schön, oft kann man jemandem damit eine Freude machen. Auch die die Vielfalt an verschiedenen Stilen und Techniken beeindruckt mich sehr. Man sieht etwas, nimmt sich vor es nach zu machen und am Ende schafft man es durch Aneignung einer bestimmten Technik tatsächlich. Diese Fortschritte sind wahnsinnig motivierend. Es ist auch gar nicht so schwer, wie es am Anfang aussieht, denn Muskeln und Gehirn gewöhnen sich irgendwann an die neuen Bewegungen. Wie sagt man: „Übung macht den Meister“ – das bewährt sich in diesem Fall wirklich. Außerdem ist es natürlich super, dass ich mein Hobby – das Handlettering – in meinen Berufsalltag integrieren kann und es sich auch schon bewährt hat.

 

Ach echt? Inwiefern das?
Julia: Es kommt zum Beispiel vor, dass für ein Projekt eine Typo benötigt wird, die etwas ungewöhnlicher ist. Ich freue mich, wenn ich das kurzerhand selbst umsetzen kann. Natürlich ist es wichtig, sich auch allgemein mit dem Thema Typografie auseinanderzusetzen – das ist schließlich ein großer Bestandteil unseres Jobs. Damit habe ich immer im Blick, was andere gerade so machen und verfolge Trends.

 

Wie viel Zeit investierst du durchschnittlich in dein Hobby?
Julia: Je nach Kapazität, versuche ich 3-4 Mal die Woche eine Übungseinheit einzulegen. Diese dauern meist zwischen 20 und 60 Minuten, immer abhängig davon wie aufwendig es ist, was ich mir vorgenommen habe.

 

 

Du hast erzählt, dass du dich immer gerne mit Schriften und berufsbedingt mit Typografie beschäftigst. Inwiefern hast du ein Talent, was sich beim Handlettering bewährt?
Julia: Ich konnte schon immer gut malen und zeichnen und habe mir Mühe gegeben, schön zu Schreiben.

 

Kann also nicht jeder? Lass uns die guten Vorraussetzungen für zukünftige Letteringprofis nochmal zusammenfassen.
Julia: Doch. Theoretisch schon. Lettering ist anders als beispielsweise Malen oder Zeichnen, wofür man wirklich ein Talent benötigt. Natürlich hilft es, wenn die Federführung nicht die eines 3-Jährigen ist (lacht). Gute Kontrolle über die Hand ist unabdingbar, aber auch das kann man Üben. Dazu kommt also viel Fleiß. Man sollte sich einfach mit den Techniken auseinandersetzen und verschiedene Regeln berücksichtigen, um die Basis zu erlernen. Zusammenfassung: Fleiß, gute Motorik, Interesse an Typografie. Wenn man eigene Entwürfe zaubern möchte, sind ein Sinn für Ästhetik und gute Ideen wichtig. Das macht die Ergebnisse letztendlich einzigartig.

 

Hast du ein Beispiel für eine solche „Grundregel“?
Julia: Alle Abwärtsstriche sollten etwa gleich dick sein und alle Aufwärtslinien, gleich dünn. Alle Buchstaben sollten im selben Winkel zueinander stehen.

 

Und was ist mit Kreativität?
Julia: Auch von Vorteil, allerdings nicht zwingend notwendig. Wenn man eine Technik beherrscht und auch nur „Guten Tag“ auf ein Blatt damit schreibt, kann das schon viel Freude bereiten – ohne großartige Kreativität.

 

Gesetz dem Fall, ich möchte herausfinden, ob mir Handlettering Spaß macht und ob als Hobby für mich in Frage kommt. Wie teste ich das?
Julia: Zunächst solltest du gut im Internet recherchieren, was andere so machen. So entsteht meist schon eine kleine Motivation. Anschließend einfach in die ersten Techniken einlesen und direkt ein paar Sachen versuchen nachzumachen. Am wenigsten Ausrüstung z. B. nur einen herkömmlichen Fineliner benötigt man für die Faux Calligrafie. Bei dieser Technik wird der Abwärtsstrich künstlich dicker gemalt – diese Methode eignet sich für erste Versuche besonders gut. Später kann man sich auch am Brushlettering also dem Lettern mit Pinsel oder Brush Pen versuchen. Edding bietet seinen Brush Pen 1340 zum Beispiel schon für unter 2 Euro an. Noch ein Tipp: Im Internet gibt es verschiedene Letteringguides mit allerhand Übungen, die vor allem Anfänger gut abholen. Einfach mal durchklicken und loslegen, dann wird sich schnell zeigen, ob es Freude bereitet.

 

Wo holst du dir Inspiration, entwirfst du eher selbst oder zeichnest du nach?
Julia: Inspiration: Definitiv Instagram. Es gibt wahnsinnig viele gute Profile mit neuen Stilrichtungen oder Schriften. Mittlerweile entwerfe ich schon eher selbst, mache aber bei Instagram auch gerne „Lettering Challenges“ mit. Dort erhält man jeden Tag ein Wort oder Zitat, dass man dann frei nach eigenen Ideen zu Papier bringen kann. Diese Challenges eignen sich natürlich super zum Üben und machen außerdem besonders Spaß, wenn man versucht seinem Werk den persönlichen Schliff zu geben.

 

5 Instagram Accounts, die dich inspirieren?
Julia: argoos.letters, Frauhoelle, Goodtype, Ipadlettering, Emilyhoehenrieder

 

 

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